Frühzeitiges Handeln ist wichtig

Kommenden Mittwoch findet der 11. Krebs-Informationstag des Onkologischen Arbeitskreises statt.

Walsrode. „Für uns ist es eine Möglichkeit, den Menschen dieser Region unsere Dankbarkeit zu zeigen. Die Bürger haben die Arbeit des Onkologischen Arbeitskreises stets unterstützt. Neben der konkreten Hilfe durch das vielfältige Angebot des Onkologischen Arbeitskreises können wir beim Informationstag wichtige Präventionsarbeit leisten.“ Dr. Sirus Adari unterstreicht, dass Vorbeugung im Kampf gegen den Krebs entscheidend ist. „Je früher eine Erkrankung erkannt wird, desto größer sind die Heilungschancen“, sagt der Vorsitzende der Walsroder Krebshilfe.

Um 18 Uhr beginnt am kommenden Mittwoch, 19. Oktober, der mittlerweile 11. Informationstag zum Thema Krebs. In diesem Jahr stehen zum einen Erkrankungen bei Verdauungsorganen und Hinweise auf das frühzeitige Erkennen und Behandeln von schwarzem und weißem Hautkrebs im Mittelpunkt der Veranstaltung in der Stadthalle, die unter der Schirmherrschaft von Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt steht. Dr. Carsten Nix, Chefarzt und Experte in der Viszeralchirurgie, befasst sich mit Erkrankungen der Speiseröhre und deren Behandlungsmöglichkeiten. Oberarzt Dr. Oliver Schwarz hat das Thema Erkennen und Behandeln von Magenerkrankungen gewählt. Dr. Jens Ino Kirchner stellt in der Veranstaltung ein Verfahren zur Entfernung des Enddarmkrebses vor.

Dr. Sirus Adari hält große Stücke auf das Ärzteteam des Walsroder Krankenhauses. Er sowie Dr. Burkert und Dr. Heitmann aus dem Vorstand des Onkologischen Arbeitskreises nehmen auch regelmäßig an den sogenannten Tumorkonferenzen teil, bei denen Krankenbefunde und Behandlungsmöglichkeiten mit Hilfe der Telemedizin mit Experten anderer Kliniken, unter anderem der Medizinischen Hochschule in Hannover, besprochen werden. „Wir vom Onkologischen Arbeitskreis sind sehr erfreut, dass durch die Umstrukturierungsmaßnahmen im Heidekreis-Klinikum dieses Expertenteam hier vor Ort tätig ist. Dadurch kann die gesamte Palette der Magen- und Darmerkrankungen abgedeckt, diagnostiziert und behandelt werden“, unterstreicht Dr. Adari die Bedeutung für die Patienten der Region.

Der Krebs-Informationstag soll dazu dienen, die Verbindung zwischen den medizinischen Experten des Krankenhauses und der Bevölkerung zu vertiefen. Darum werden die Ärzte ihre Informationen auch so vortragen, dass Laien sie verstehen können. Die Zuhörer haben zudem die Möglichkeit, ihre Fragen zu den Themen zu stellen. „Das Vertrauen ist einfach größer, wenn ich jemanden kenne. Gerade für das Verhältnis von Arzt zu Patient ist das wichtig“, unterstreicht der Vorsitzende des Onkologischen Arbeitskreises, der nicht abstreitet, dass der 11. Krebs-Informationstag auch eine gewisse „Werbeveranstaltung“ für das Heidekreis-Klinikum sei. „Wir wollen so eine Brücke schlagen zwischen Patienten und Ärzten“, sagt Dr. Adari. Die Themen der Veranstaltung seien bewusst gewählt worden. Erkrankungen im Darmbereich seien bei Männern und Frauen die häufigste Krebsart. Die Zahl der Erkrankungen steige leider immer weiter stark. 55.000 Neuerkrankungen pro Jahr wurden registriert. „Ich würde mir wünschen, dass die Menschen sorgfältiger mit der Gesundheit und ihrem Körper umgehen. Viele versuchen, mit Medikamenten aus der Apotheke alles Mögliche selbst zu behandeln. Das führt häufig dazu, dass der Krebs sich schon ausbreiten konnte und die Behandlung viel schwieriger wird“, weiß der Mediziner aus langjähriger Erfahrung. Darum wollen die Referenten auch aufzeigen, welche Symptome Patienten nicht sorglos und unbeachtet hinnehmen sollen, sondern frühzeitig den Arzt aufsuchen.

„Heilungschancen richten sich oft nach dem Zeitpunkt des Erkennens einer Erkrankung“, sagt Dr. Adari und betont, dass dies auch für die Behandlung von Hautkrebs gelte. Hier nehme die Zahl der Erkrankungen von Jahr zu Jahr zu. Dem Onkologischen Arbeitskreis ist es gelungen, mit Dr. Imke Satzger eine echte Expertin zum 11. Krebs-Informationstag zu holen. Sie gehört zur Leitung der Dermato-Onkologie im Haut-Tumor-Zentrum der Medizinischen Hochschule Hannover. Bei der Veranstaltung soll die Aufklärung im Vordergrund stehen. Dazu gehört auch der Hinweis, dass die Krankenkassen für Patienten ab 35 Jahren alle zwei Jahre ein kostenloses Hautscreening anbieten.

Walsroder Zeitung – 15. Oktober 2016